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Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen (D 2014)

Töpfersohn Michel hat ein Problem: Er kann sich einfach nicht fürchten, nicht mal ein kleines bisschen. Sein Bruder Caspar ist davon genervt, sein Vater höchst besorgt. Nur Prinzessin Elisabeth, die er zufällig an einem Weiher trifft, ist ausgesprochen amüsiert und
angezogen von dem furchtlosen Töpfersohn.

Als auch der Küster des kleinen Heimatorts daran scheitert, Michel das Fürchten beizubringen, zieht Michel kurz entschlossen in die Welt hinaus, um das Fürchten zu lernen. Und trifft mitten im Moor als Erstes zwei zu allem entschlossene Moorleichen.

Prinzessin Elisabeth lebt mit ihrem Vater, dem König, in einer provisorischen Zeltstadt. Des Königs Schloss ist von Geistern besetzt. Es ist samt Schatz verflucht und unbewohnbar. Die Prinzessin genießt das Abenteuerleben, aber dem Vater ist das alles ein Dorn im Auge: Eine Prinzessin soll wie eine Prinzessin leben! Der König will nur eins: sein Schloss zurück. Er hat demjenigen, der es schafft, dem Spuk im Schloss ein Ende zu bereiten, seine Tochter versprochen. Doch bislang sind alle Anwärter gescheitert. Die Schlossgeister haben schon Legionen von Prinzen das Fürchten gelehrt – allen voran das riesige, blaue Monster, das in der Eingangshalle lauert, und Tiamat, die furchterregende Geisterfrau.

Doch da gibt es ja einen, der sich vor gar nichts fürchtet, vor Geistern nicht und auch nicht vor einer widerspenstigen Prinzessin.

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Filminformationen
Regie: Tobias Wiemann
Drehbuch: Mario Giordano
Kamera:
Tobias Kuhn
Ton:
Tina Schulte
Schnitt:
Friederike Weymar
Musik:
Tobias Kuhn
Kostüme:
Anna Scholich
Maske:
Daniela Schmiemann
Szenenbild:
Florian Kaposi
Produktion:
 Bremedia Produktion
Produktionsleiter: Frank Berszuck
Produzent: Kirsten Lukaczik
Producerin:
Tiina Takkula
Redaktion:
Michaela Herold (Radio Bremen),
Ole Kampovski (NDR), Astrid Plenk (MDR), Christa Streiber (MDR)
Auftragssender:
ARD, NDR, MDR,
Radio Bremen
Drehorte: Schnoorviertel, Fischerhude,
Knoops Park (Bremen), Verdener Dom,
Teufelsmoor, Landesschule Pforta in
Naumburg, Schloss Neuenburg in
Freyburg,
Drehbeginn: 22.06.2014
Drehende:
12.07.2014
Erstausstrahlung:
26.12.2014 (ARD)
DVD-VÖ:
13.11.2014
Spieldauer:
60 Minuten
Autor:
Brüder Grimm
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Besonderheit
Filmpremiere am 22.11.2014 im Cinemaxx Bremen.
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Darsteller

Michel: Tim Oliver Schultz
Prinzessin Elisabeth:
Isolda Dychauk
König:
Heiner Lauterbach
Wirt:
Milan Peschel
Vater:
Jochen Nickel
Caspar:
Roy Peter Link
Moorleiche:
Rick Kavanian
Moorleiche:
Michael Kessler
Torfstecher:
Tim Wilde
Stammgast:
Flo Mega
Küster:
Heiko Pinkowski
Küsterfrau:
Susanne Schrader
Prinz Ludo von Gundlingen:
David Bredin
Igor:
Jorres Risse
Tiamat:
Anna Thalbach

Fotos: Radio Bremen / Jo Molitoris, Jörn Steinhoff
Um eine größere Darstellung der Fotos zu erzielen, bitte einfach auf die kleinen Fotos links klicken.
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Autor Marcel Zischg

Marcel Zischg, geboren 1988 in Meran, aufgewachsen in Naturns im Vinschgau.
Nach dem Schulabschluss an der Handelsoberschule „Franz Kafka“ in Meran folgt das Studium der Germanistik in Innsbruck.
Unter dem Titel „Sehnsucht“ erschien im Jahr 2010 Zischgs Erzählung „Das Haus“ in der Studentenzeitschrift „Der Kaktus“ der Universität Innsbruck.
Im August 2012 schloss Zischg sein Bachelorstudium in Germanistik ab. Seit Oktober 2012 studiert er wieder Germanistik, diesmal als Masterstudium. Mitte 2013 wird Zischgs erster Erzählband „Familie am Bach“ im Provinz-Verlag in Südtirol erscheinen.

„Das ist der sichere Tod!"
„Seid Ihr Euch ganz sicher?“
Die Neuverfilmung des Grimmschen Märchens „Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen“ setzt auf heitere gewitzte Dialoge, auf komische und nicht näher angsteinflößende Effekte und natürlich auf die Liebe als Ansporn des jungen Helden (Tim Oliver Schultz) zum Gruseln-Lernen. Die einzelnen Szenen bilden wirkungsvolle und in sich heiter-widersprüchliche Abschlüsse zwischen dem Außenseiter-Helden und dem Volk – die Filmtricks sind mau, wirken unfreiwillig komisch, sodass man sich mit dem furchtlosen Helden sehr gut identifizieren dürfte, die fragwürdige Verkleidung des Küsters als Tod ist hierbei nur eines von vielen Beispielen – einen Ansatz bietet das mehrdeutige Rätsel der Geisterfürstin (Anna Thalbach) um den Sarg, das Fürchten selbst lehrt der Film nicht: Am Ende ist es der Bottich mit den Fischen, der dem Helden das Gruseln beibringt. Wilhelm Grimm schmückte sein Märchen nach und nach mit Redensarten aus dem Volk. Gruseln bedeutet ursprünglich das Prickeln der Haut, was dem naiv-körperlichen Empfinden des lockeren Märchenhelden auch im Film besser entsprechen dürfte als das nicht wirkungsvolle Fürchten.
Die Darstellung der Prinzessin (Isolda Dychauk) als männlich wirkende Dame mit Pfeil und Bogen soll die Außenseiterrolle zum furchtlosen Jungen ergänzen. Beide Hauptdarsteller werden ihren Ansprüchen gerecht, auch die Nebendarsteller überzeugen sowie Heiner Lauterbach als König.
Insgesamt eine gute, heiter-gewitzte und lockere Umsetzung des Grimm-Märchens!

26.12.2014

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