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Siebenschön (D 2014)

Die gleichermaßen hübsche wie kluge Bauernmagd Siebenschön hat es satt, dass alle Männer ihr hinterherpfeifen und ihr die Frauen mit Neid und Eifersucht begegnen. Als sie erneut von dem aufdringlichen Baron von und zu Wildungen bedrängt wird, entschließt sie sich, ihr wunderschönes Gesicht zu verhüllen, um fortan von den Dorfbewohnern nicht allein auf ihre Schönheit reduziert zu werden und sich in Ruhe ihrer großen Leidenschaft zu widmen: dem Studium der Heilkunst.

Die Nonne Genoveva im nahegelegenen Kloster ist ihr dabei Freundin und Mentorin zugleich. Durch sie lernt sie, dass wahre Schönheit von innen kommt. In der Klosterbibliothek trifft sie eines Tages den ebenso wissbegierigen Prinz Arthur und seinen Diener Willi. Im Gespräch über die Bücher und die Wissenschaft merken beide, dass sie füreinander bestimmt zu sein scheinen. Prinz Arthur verliebt sich unsterblich in das verschleierte Mädchen. Nur sie will er fortan zur Frau, ganz gleich, was für ein Gesicht sie unter dem Schleier verbirgt.

Das passt seinem Vater, König Richard, allerdings überhaupt nicht. Die Bauernmagd ist schließlich nicht von Stand und außerdem soll Prinz Arthur auf Vermittlung des intriganten Barons von und zu Wildungen die exaltierte und verwöhnte Prinzessin Zilly aus dem Nachbarreich heiraten. Gemeinsam mit seinem düsteren Adlaten schmiedet er einen perfiden Plan und brennt Siebenschöns Elternhaus nieder. Die Eltern bleiben verschwunden. Voller Schuldgefühle schneidet sich Siebenschön die langen Haare ab, nennt sich fortan „Unglück“ und geht als Bursche verkleidet an den Hof König Richards, um dort nach ihren Eltern zu suchen. Dort trifft „Unglück“ auf Prinz Arthur.

Wird er sie erkennen? Oder muss er am Ende doch die anstrengende Prinzessin Zilly heiraten?

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Filminformationen
Regie: Carsten Fiebeler
Drehbuch: Thomas Brinx, Anja Kömmerling
Kamera:
Dominik Schunk
Ton:
Erik Tauber
Schnitt:
Carmen Vieten
Musik:
Thomas Klemm
Kostüme:
Ilse Hammerschmidt
Maske:
Irmgard Mayr
Szenenbild:
Alexander Wolf
Produktion:
Hessischer Rundfunk
Produktionsleiter: Carsten Staudt
Redaktion:
Patricia Vasapollo (HR)
Auftragssender:
 ARD, HR, SWR
Drehorte: Ronneburg, Fasanerie und
Priesterseminar in Fulda, Kloster
Seligenstadt (Hessen), in der Rhön,
Museumsdorf in Fladungen (Bayern)
Drehbeginn: 13.05.2014
Drehende:
03.06.2014
Erstausstrahlung:
25.12.2014 (ARD)
DVD-VÖ:
13.11.2014
Spieldauer:
60 Minuten
Autor:
Ludwig Bechstein
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Besonderheit
Filmpremiere auf der Frankfurter Buchmesse 2014.
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Darsteller

Siebenschön: Xenia Assenza
Prinz Arthur:
Franz Dinda
König Richard:
Michael Kind
Baron von und zu Wildungen:
Florian Panzner
Prinzessin Zilly:
Teresa Weißbach
König Johann:
Gustav Peter Wöhler
Adlat Rutger:
Rainer Ewerrien
Nonne Genoveva:
Esther Schweins
Diener Willi:
Carsten Strauch
Siebenschöns Mutter: Rebecca Immanuel
Siebenschöns Vater: Alexander Hörbe
Trine: Barbara Meier
Rutger: Rainer Ewerrien

Fotos: HR / Katrin Denkewitz
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 Zu Gast bei "Hallo Hessen"
 

Autor Marcel Zischg

Marcel Zischg, geboren 1988 in Meran, aufgewachsen in Naturns im Vinschgau.
Nach dem Schulabschluss an der Handelsoberschule „Franz Kafka“ in Meran folgt das Studium der Germanistik in Innsbruck.
Unter dem Titel „Sehnsucht“ erschien im Jahr 2010 Zischgs Erzählung „Das Haus“ in der Studentenzeitschrift „Der Kaktus“ der Universität Innsbruck.
Im August 2012 schloss Zischg sein Bachelorstudium in Germanistik ab. Seit Oktober 2012 studiert er wieder Germanistik, diesmal als Masterstudium. Mitte 2013 wird Zischgs erster Erzählband „Familie am Bach“ im Provinz-Verlag in Südtirol erscheinen.

2014 verfilmte die ARD erstmals ein Märchen des Dichters Ludwig Bechstein (1801-1860), was längst überfällig war, wenn man bedenkt, wie viele spannende intertextuelle Bezüge zwischen den Märchen Bechsteins und der Grimm liegen. Es bleibt zu hoffen, dass in Zukunft auch weitere Bechstein-Texte wieder mehr Beachtung erfahren.
"Siebenschön" arbeitet einen für die damalige Zeit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts populären Stoff auf, nämlich die standesübergreifende Liebe zwischen einem Prinzen und einem Bauernmädchen und damit verbunden die Unterdrückung dieser ‚unerhörten’ Liebesphantasien durch einen grausamen König. Trotz dieses brisanten Themas ist es leider ein sehr unbekanntes Märchen geblieben.
Regisseur Carsten Fiebeler setzt das Märchen leicht, weich, sensibel und mit Humor gespickt um – eine Interpretation, die dem sehr ernsten Originaltext überhaupt nicht anmutet und von daher eine mutige Herangehensweise des Regisseurs ist.
Gelungen erscheinen des Prinzen (Franz Dinda) Phantasien als Tagträume unter der Eiche: Wenn sich der Prinz und Siebenschön (Xenia Assenza) in der Natur begegnen, bekommt der Zuschauer das Gefühl der Tiefe und Intensität starker Träume vermittelt, die mit festen Standeskonventionen kontrastieren, obwohl diese im Film alles andere als bedrohlich wirken. Etwas ernster hätte daher das Gefühl der Ausbeutung und Ausweglosigkeit von Siebenschön dargestellt werden können.
Die schauspielerischen Leistungen ergeben aus der Gesamtheit aller Darsteller ein Bild neuer Wirkungskraft des Bechstein-Märchens, die im mutigen Aufstand für das eigene Glück gipfelt.
Eine weiche und ironische Umsetzung des sehr dramatischen Originalmärchens!

06.12.2014

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