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Rübezahls Schatz (D/CZ 2017)

Die Baronin Ottilie von Harrant hat ehrgeizige Pläne: Obwohl sie pleite ist, möchte sie ein Sägewerk im Riesengebirge errichten. Vor allem aber soll der sagenhafte Schatz des Berggeistes Rübezahl so schnell wie möglich ihre leeren Kassen füllen. Um herauszufinden, wie sie an Rübezahls Gold kommt, erpresst sie ihre Magd Rosa mit deren heimlicher Liebe zu dem Jäger Montanus. Die Baronin glaubt, dass dieser das Geheimnis Rübezahls kennt.
Tatsächlich aber ist Montanus eine von vier Gestalten, die  Rübezahl annimmt, um sich als Beschützer der Berge unter die Menschen zu mischen. Je näher sich Rosa und Montanus kommen, desto mehr nimmt die perfide Intrige der Baronin Gestalt an. Als sie erfährt, dass man eine magische Springwurz benötigt, um in Rübezahls Schatzkammer zu gelangen, scheint das Unglück nicht mehr aufzuhalten zu sein – auch weil Rübezahl mehr in seine Liebesdinge verstrickt scheint, als seiner Aufgabe als Wächter über Land und Leute gerecht zu werden.

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"Rübezahls Schatz" wurde in der tschechischen Schweiz (Natural Area Hřensko), im Riesengebirge und in der Umgebung von Prag gedreht. Der Film wurde durch spektakuläre Kamerafahrten in die Weite und Schönheit der Natur stimmungsvoll inszeniert. Teilweise kopfüber fährt die Kamera über steile Klippen und in tiefe Höhlen oder durch eindrucksvolle Schlossanlagen und historische Dörfer und eröffnet damit prachtvolle Blicke auf Flüsse, Wälder, Tiere und Pflanzen. Gefördert wurde "Rübezahls Schatz" vom Tschechischen Staatsfonds der Kinematografie. Regisseur Stefan Bühling zeichnet nach "Die weiße Schlange" zum zweiten Mal für die Inszenierung eines ZDF-Märchenfilms verantwortlich. Für "Die weiße Schlange" gewann er 2016 den Deutschen Regiepreis METROPOLIS in der Kategorie "Kinder-/ Jugendfilm". Außerdem war der Film für den International Emmy Kids Award nominiert.

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Titelsong "Zauberwald" gesungen von Oonagh
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Filminformationen
Regie: Stefan Bühling
Drehbuch: Bettina Janis,
Angelika Schwarzhuber
Kamera:
Ngo The Chau
Ton:
Miroslav Pibil
Licht:
Igor Jelen
Schnitt:
Clare Dowling
Musik:
Stefan Maria Schneider
Kostüme:
Katerina Mirová
Maske:
Ivana Nemcová, Radek Petr
Szenenbild:
Jérôme Latour
Produktion:
Provobis GmbH, MIA Film
Produktionsleitung: Sabine Bischof,
Roman Kasparovsky
Produzent: Jens C. Susa, Martin Choroba
Co-Produzent:
Michal Pokorný
Redaktion:
Irene Wellershoff, Götz Brandt
Auftragssender:
ZDF
Drehorte: Tschechien
Drehbeginn: 20.04.2017
Drehende:
19.05.2017
Erstausstrahlung:
24.12.2017 (ZDF)
DVD-VÖ:
Spieldauer:
88 Minuten
Autor:
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Darsteller
Rübezahl: Sabin Tambrea
Rosa:
Henriette Confurius
Rosas Mutter: Gitta Schweighöfer
Baronin Ottilie von Harrant: Catherine Flemming
Erik, Schuhmacher-Lehrling: David Schütter
Klärchen: Amelie Plaas-Link
Arzt: Thorsten Merten
Frieder, Klärchens Bräutigam: Joachim Förster
Graf: Rüdiger Klink
Gräfin: Dagmar Leesch
Meister: Bernd Michael Lade 
Fotos: ZDF / Conny Klein
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Autor Marcel Zischg

Marcel Zischg, geboren 1988 in Meran, aufgewachsen in Naturns im Vinschgau.
Nach dem Schulabschluss an der Handelsoberschule „Franz Kafka“ in Meran folgt das Studium der Germanistik in Innsbruck.
Unter dem Titel „Sehnsucht“ erschien im Jahr 2010 Zischgs Erzählung „Das Haus“ in der Studentenzeitschrift „Der Kaktus“ der Universität Innsbruck.
Im August 2012 schloss Zischg sein Bachelorstudium in Germanistik ab. Seit Oktober 2012 studiert er wieder Germanistik, diesmal als Masterstudium. Mitte 2013 wird Zischgs erster Erzählband „Familie am Bach“ im Provinz-Verlag in Südtirol erscheinen.

Rübezahl – eine sagenumwobene Figur aus dem Riesengebirge, die als Hüter von Natur und Mensch bekannt ist, wurde 2017 in einem opulenten Film vom ZDF neu adaptiert. Zu Beginn sieht man den Berggeist, wie er über seinen Wäldern wacht, was auch den Rahmen fürs Filmende bildet. Er ist nicht alt, grimmig und trägt auch keinen langen Bart, wie man sich gemeinhin Rübezahl vorstellen mag.
Er ist in dieser Version ein junger Mann, der sich im Film verliebt – in die Magd Rosa, dynamisch dargestellt von der Jungschauspielerin Henriette Confurius. Grundsätzlich steht diese Liebe im Film symbolisch für die Liebe des Berggeistes zum armen Menschen mit gutem Herzen, wie ihn Rosa verkörpert, kann darüber hinaus aber auch als die uns schon seit dem römischen Mythos „Amor und Psyche“ bekannten Motiv der Liebe zwischen einem göttlichen und einem sterblichen Wesen gedeutet werden. Diese Liebe bildet einen interessanten, dramatischen Plot im Film, den es so in anderen Filmversionen über den Berggeist wohl noch nicht gibt. Auch die Wandlungen des Berggeistes, nicht nur die optischen Verwandlungen, sondern auch die seelischen, überzeugen in ihrer Emotionalität und Tiefe.
Ein besonderes Kolorit erhält der Film durch seine beeindruckenden Bilder: Fast wie die romantischen Gemälde eines Caspar David Friedrich schwebt man mit Rübezahl über Meeren von Wäldern und Bergen. Die Naturaufnahmen, die in Tschechien und in der Böhmischen Schweiz aufgenommen wurden, sind wahrlich beeindruckend. Und nicht zuletzt ist es auch die mystische Filmmusik der Sängerin Senta-Sofia Delliponti, bekannt unter dem Künstlernamen Oonagh, die diesen Film als besonders auszeichnet.
„Rübezahls Schatz“ ist nicht zuletzt aufgrund seiner seelischen Tiefe und Menschlichkeit für mich einer der prächtigsten und meisterhaftesten Märchenfilme der letzten Jahre geworden.

26.12.2017

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