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Die kleine Meerjungfrau (D 2013)

Die kleine Meerjungfrau Undine lebt mit ihren beiden Schwestern und ihrem Vater, dem Meerkönig, auf dem Meeresgrund. Während es Aquarella und Melusine gefällt, den lieben langen Tag ihre goldenen Haare zu kämmen und die silbernen Schuppen zu putzen, zieht es Undine in die Ferne. Die Welt über Wasser übt eine besondere Faszination auf sie aus. Das Leben der Menschen erscheint ihr aufregend und voller Abenteuer.

Eines Tages rettet Undine einen schönen Prinzen vor dem Ertrinken und verliebt sich in ihn. Doch um bei ihm sein zu können, muss sie ihr altes Leben im Meer aufgeben, den besorgten Vater und die geliebten Schwestern verlassen.
Sie sucht die dunkle Grotte der geheimnisvollen, mächtigen Meerhexe Mydra auf, die einen hohen Preis für die Verwandlung des Nixenschwanzes in menschliche Beine verlangt: Einmal an Land wird Undine stumm sein wie ein Fisch, jeder Schritt wird ihr Schmerzen bereiten. Und sollte der Prinz eine andere wählen, wird sie zu Schaum auf den Wellen des Meeres.

Undine ist bereit, der Liebe wegen alles zu wagen. Sie folgt ihrer großen Sehnsucht nach der unbekannten Welt über dem Meeresspiegel.
Prinz Nikolas findet die stumme Schöne auf einem Felsen und nimmt sie als Gast im Schloss auf. Hier sind Hochzeitsvorbereitungen in vollem Gange.

Der alte König Sigismund, des Regierens müde, will Thron und Amt an seinen Sohn abtreten und ihn mit der unbekannten Prinzessin Anneline vom Lande in den Bergen vermählen. Nur wenige Tage bleiben der kleinen wilden Meerjungfrau, das Herz des Prinzen zu erobern. Doch Nikolas trifft seine Wahl: In Prinzessin Anneline erkennt er die Unbekannte, von der er seit seiner wundersamen Rettung geträumt hat.

Der kleinen Meerjungfrau bricht es das Herz. Doch mit einer Entscheidung über Leben und Tod reift sie schließlich zur Frau, die die romantische Verliebtheit hinter sich lässt und deren wahre Reise erst beginnt.

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Filminformationen
Regie: Irina Popow
Drehbuch: Bettine von Borries
Kamera:
Patrick Popow
Ton:
Martin Witte
Schnitt:
Karola Mittelstädt
Musik:
Johannes Repka
Maske: Astrid Lehmann, Birger Laube
Kostüme:
Frauke Firl
Szenenbild:
Petra Albert
Produktion:
 Kinderfilm GmbH
Produzent: Ingelore König
Redaktion:
Astrif Plenk, Christa Streiber
Auftragssender:
ARD, MDR
Drehorte: Saalfelder Feengrotten,
Schloss Mosigkau, Wörlitzer Park,
Geiseltalsee, Sealife Oberhausen
Drehbeginn: 04.06.2013
Drehende:
26.06.2013
Kinostart:
01.12.2013 (Weimar)
22.12.2013 (Berlin)
Erstausstrahlung:
26.12.2013 (ARD)
DVD-VÖ:
14.11.2013
Spieldauer:
60 Minuten
Autor:
Hans Christian Andersen
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Darsteller

Meerjungfrau Undine: Zoe Moore
Meerkönig:
Ben Becker
Aquarella:
Clara Gerst
Melusine:
Franziska Breite
Meerhexe Mydra:
Meret Becker
Prinz Nikolas:
Philipp Danne
Prinzessin Anneline:
Maria Ehrich
König Sigismund:
Christian Steyer
Hannes:
Rasmus Max Wirth
Tönnes:
Björn von der Wellen
Zofe:
Angelika Böttiger
Zofe: Illi Oehlmann

Fotos: MDR / Sandra Bergemann
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Autor Marcel Zischg

Marcel Zischg, geboren 1988 in Meran, aufgewachsen in Naturns im Vinschgau.
Nach dem Schulabschluss an der Handelsoberschule „Franz Kafka“ in Meran folgt das Studium der Germanistik in Innsbruck.
Unter dem Titel „Sehnsucht“ erschien im Jahr 2010 Zischgs Erzählung „Das Haus“ in der Studentenzeitschrift „Der Kaktus“ der Universität Innsbruck.
Im August 2012 schloss Zischg sein Bachelorstudium in Germanistik ab. Seit Oktober 2012 studiert er wieder Germanistik, diesmal als Masterstudium. Mitte 2013 wird Zischgs erster Erzählband „Familie am Bach“ im Provinz-Verlag in Südtirol erscheinen.

In diesem Film ist die liebliche, feine und zauberhafte Atmosphäre hervorzuheben, verstärkt noch durch die Filmmusik. Die Bildgebung und Bildeffekte unter Wasser geben dem Filmanfang eine dynamische zauberhafte Grundstimmung des Meeres. Die Anfangsworte des Erzählers enthalten übersetzte Originalzitate des Andersen-Märchens.

Jedoch bleibt eine nähere Beschreibung des Ortes aus, an dem die Meerjungfrau wohnt, das Meer, das Wasser, ein Grundelement des Films. Der Film spielt sich überwiegend auf dem Festland ab, wodurch der Fokus des Films stark auf den Prinzen und Undines Leben auf der Erde gelenkt wird – diese Szenen sind sehr stimmig in der Beziehung des Prinzen zu Undine als kleine Schwester und der Enttäuschung Undines darüber. Der Film hätte jedoch die Dichotomie zwischen Meerwesen und Erdbewohnern stärker kontrastieren können.
Die Großmutter aus dem Märchen fehlt, die fünf Schwestern der Meerjungfrau wurden auf zwei reduziert. Dafür bekommt der Prinz zwei Kameraden, sodass das Figurenensemble weiterhin umfangreich bleibt. Alle Darsteller überzeugen in ihren Rollen.

Positiv hervorzuheben sind die Auftritte der fremden Prinzessin: Die Rolle der Verantwortung erscheint wichtiger in der Monarchie als das gegenseitige Kennenlernen und Lieben-Lernen, weshalb die Prinzessin erst am Ende des Films wieder auftaucht, ein geschickt retardierendes Moment, um die Spannung zu erhöhen.

Äußerst positiv ist zudem der Filmschluss: Im Text bringt es Undine (die Namensgebung orientiert sich an Fouques Märchen „Undine“) ebenfalls nicht übers Herz, den Prinzen zu erstechen, worauf sie wirklich zu Schaum wird. Dabei stirbt sie jedoch nicht, sondern verwandelt sich in einen Luftgeist, wodurch ihr die Möglichkeit gegeben wird, durch gute Handlungen eine unsterbliche Seele zu erlangen. Nun löst dies der Film, indem er am Schluss die Dichotomie zwischen Mensch und Geist auflöst: Undine hat bereits eine Seele, weil sie es geschafft hat, wahrhaft zu lieben, sie ist dem Menschen dadurch näher und verwandelt sich in keinen Geist mehr (wie bei Andersen).
Undine hat Liebe durch Selbstlosigkeit bewiesen: Sie hat den Prinzen nicht erstochen und damit ihr Leben für ihn gegeben. Dadurch hat sie eine Seele erhalten, Filmzitat: „Eine Seele hat, wer wahrhaft liebt“. Durch ihre Tat hat Undine die Prüfung bestanden, sie liebt wahrhaft, denn ihre Liebe ist selbstlos gewesen und von ganzem Herzen gekommen. Und diese Liebe ist ein Weg des Lebens, der einen stets begleitet. Ein tiefgehender Schluss, gekonnt und ohne Klischees und Wertungen. Die Tragik des Ausgangstextes über die verlorene Liebe beherrscht den Film nicht, es endet nicht mit dem Tod. Der offene Schluss gibt mit: Es ist ein Leben, das Mut machen soll, weitergehen soll. Denn Undine ist ihr Weg, nicht die verlorene Liebe. Es geht um die bestandene Prüfung einer Heranwachsenden, einen Erfahrungsprozess, nicht darum, dass diese Geschichte mit einem konkreten Ende schließt. Undine wird diese Liebe loslassen und ihre Entwicklung wird weitergehen, aber ein wichtiger Schritt dieser Entwicklung liegt nun hinter ihr. Eine positive Botschaft, die menschlichen Urerlebnissen nahe ist, in diesem Fall dem Erlebnis der ersten Liebe.  

Der Film besticht durch sehr gute Darsteller, die v.a. durch ihren Liebreiz sympathisch erscheinen. Hervorzuheben die neugierige, mimikreiche und zugleich sensible Spielweise von Zoe Moore. Nichts wirkt gekünstelt, die Dialoge wirken nicht flach, sondern wahrhaft, lebendig und tief. Die Schauplätze überzeugen durch ihre warmen und spielerischen Farben.


Gesamtbewertung: Gut (2)

21.11.2013

Bewertungsraster: 1: Sehr gut 2: Gut 3: Zufriedenstellend 4: Genügend 5: Mangelhaft

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