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Die drei Federn (D 2014)

Der alte Fürst Gundolf verspricht auf den Rat seines Hofmeisters Julius demjenigen seiner drei Söhne das Reich, der ihm den feinsten Teppich des Landes bringt. Er bläst drei Federn in die Luft, denen sie folgen sollen. Die beiden älteren Söhne, Gerhard und Gebhard, sind sich sehr sicher, den Wettbewerb spielend zu gewinnen, ziehen gen Osten und gen Westen. Sie verlachen Gustav, ihren jüngsten Bruder, der „Dummling“ genannt wird, weil seine Feder in einen Wald fliegt.

Erst ist Gustav traurig. Dann findet er die Feder vor einer Falltür, darunter eine Treppe und eine Tür, hinter der eine Kröte, die „Itsche“, wohnt. Der berichtet Gustav von seiner schwierigen Aufgabe. Und die Kröte gibt ihm, was er braucht: einen prächtigen Teppich. Seine Brüder, die in ihrem Hochmut nur billige Tücher beigebracht haben, müssen ihre Niederlage eingestehen.

Allerdings fordern sie eine neue Aufgabe von ihrem fürstlichen Vater, denn dem „Dummling“ fehle der Verstand. Der Fürst willigt ein: Seine drei Söhne sollen ihm also noch den schönsten Ring und schließlich die schönste Braut des Reiches bringen. Und wieder hilft die Kröte dem „Dummling“, auch diese Aufgaben erfolgreich zu bestehen.

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Filminformationen
Regie: Su Turhan
Drehbuch: Su Turhan
Kamera:
Kay Gauditz
Ton:
Michael Vetter
Schnitt:
Thomas Knöpfel
Musik:
Jörg Magnus Pfeil, Sigi Müller
Kostüme:
Christoph Birkner
Maske:
 Gerhard Nemetz, Barbara Spenner
Szenenbild:
Günther Gutermann
"Ische":
Schwerthelm Ziehfreund
Produktion:
 TV60 Filmproduktion
Produzent: Maecus Roth, Sven Burgemeister
Produktionsleiter: Dieter Limbek
Redaktion:
Andreas M. Reinhard (BR)
Auftragssender:
 ARD, BR
Drehorte: Wasserschloss Mitwitz, Forst Stadtsteinach (Bayern),
Fränkisches Freilandmuseum
Bad Windsheim
Drehbeginn: 19.08.2014
Drehende:
05.09.2014
Erstausstrahlung:
26.12.2014 (ARD)
DVD-VÖ:
2015
Spieldauer:
60 Minuten
Autor:
Brüder Grimm
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Darsteller

Fürst Gundolf: Sky du Mont
Hofmeister Julius:
Michael Schönborn
Gustav:
Jannik Schümann
Gerhard:
Emanuel Fitz
Gebhard:
Matthias Kelle
Barbara:
Kyra Kahre
Koch:
Stephan Szasz
Wachmann:
Michael Schernthaner
Lakai:
Tobias Krell
Lakai:
Dominik Tippelt
Lakai:
Markus Popp
Gustav (jung):
Frederick Fichtelmann
Gerhard (jung):
Jakob Helm
Gebhard (jung):
Lukas Entert
Fanfarenbläser:
Falko Busch
Fanfarenbläser:
Hartmut Martin
Braut von Gebhard:
Christina Petersen
Braut von Gerhard:
Birgit Bauer
Händler:
Peter Huber

Stimme Itsche:
Jutta Speidel
Erzähler:
Götz Otto

Fotos: BR / Barbara Bauriedl
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Autor Marcel Zischg

Marcel Zischg, geboren 1988 in Meran, aufgewachsen in Naturns im Vinschgau.
Nach dem Schulabschluss an der Handelsoberschule „Franz Kafka“ in Meran folgt das Studium der Germanistik in Innsbruck.
Unter dem Titel „Sehnsucht“ erschien im Jahr 2010 Zischgs Erzählung „Das Haus“ in der Studentenzeitschrift „Der Kaktus“ der Universität Innsbruck.
Im August 2012 schloss Zischg sein Bachelorstudium in Germanistik ab. Seit Oktober 2012 studiert er wieder Germanistik, diesmal als Masterstudium. Mitte 2013 wird Zischgs erster Erzählband „Familie am Bach“ im Provinz-Verlag in Südtirol erscheinen.

Ein Fürst (Sky du Mont) will sich an seinem 60. Geburtstag zur Ruhe setzen und einem seiner drei Söhne die Regentschaft überlassen. Dazu ruft er einen Wettbewerb aus, bläst drei Federn in die Luft, welchen die Söhne folgen sollen, um diverse Aufgaben zu erfüllen. Wer dies am besten macht, übernimmt den Thron.
Sky du Mont stellt einen König dar, dem die weibliche Anima fehlt, welche sein jüngster Sohn Dummling (Jannik Schümann) zu erreichen versucht – im weiblichen Erdwesen, für das dunkle Höhle und Kröte stehen.
Das Märchen ist ein unbekannter Grimm-Text. Die filmische Adaption des türkischen Regisseurs Su Turhan setzt auf eine nicht komplexe Handlung, auf klare Bilder und Klamauk in den Handlungen der Figuren.
Statt das Märchen weiter in seiner komplexen tiefenpsychologischen Struktur zu verfolgen, verbindet der Film konkrete Charaktereigenschaften der Figuren mit ihren Handlungen: So zeichnet sich der Dummling durch seine Tierliebe aus, die seinen älteren Brüdern fehlt.
Hier ist es die Macht der Liebe, die den Dummling reifen lässt und ihn somit von seinen Brüdern unterscheidet, womit gerade er die Lücke des trauernden und labilen Königs am besten aufzufüllen vermag und dem Film deshalb einen liebevollen Takt verleiht – sehr gut!
Kinder dürften sich durch die einfache Interpretation gut mit den unterschiedlichen Figuren identifizieren – während dem Dummling „der Verstand fehle“, fehlt seinen Brüdern Liebe und Empathie; Schwarz/Weiß-Malerei, die wir aus dem klassischen Märchen kennen und deren Ausgang die erwarteten Konsequenzen fordert. Die geheimnisvolle Kraft der „Itsche“ bleibt offen…
Eine insgesamt schwungvolle und leichte Neuinterpretation der äußerst komplexen Textvorlage aus Zwehrn.

27.12.2014

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