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Des Kaisers neue Kleider (D 2010)

Kaiser Friedhelm, der Fesche, hat bald Geburtstag und nichts anzuziehen. Dabei gibt er sagenhafte Reichtümer für seine Garderobe aus. Doch ihn langweilen all die prächtigen Roben. Ein ausgefallenes Gewand zum Fest muss her, koste es, was es wolle. Wen stört es schon, dass seine Untertanen am Hungertuch nagen.

Der Hofstaat indes buckelt und schweigt. Niemand will den Kaiser in seine Schranken weisen und darüber womöglich Amt und Würden verlieren.

Als der junge Jakob beim Kaiser vorspricht, ist dieser entzückt. Jakob gibt vor, der beste Weber weit und breit zu sein, und will dem eitlen Regenten zum Geburtstag Kleider schneidern, die es kein zweites Mal gibt. Doch der Kaiser sei gewarnt: Wer dumm ist oder seines Amtes nicht würdig, für den sind diese Kleider unsichtbar!

Natürlich bekommt Jakob den Auftrag, sehr zum Ärger der klugen Hofschneiderin Adele. Doch Friedhelm, der Fesche, will gerne glauben, was der Fremde ihm erzählt. Mit dieser Robe wird er sofort merken, wer bei Hofe ihm etwas nützt und wer nicht.

Und so arbeitet Jakob zusammen mit seiner schönen Assistentin Maja und deren kleiner Schwester Greta im Verborgenen an der sagenhaften Robe. Als Jakob dem Kaiser endlich die neuen Kleider präsentiert, fehlen Friedhelm, dem Feschen, die Worte. Denn nicht nur seine buckelnde Entourage, auch Seine Majestät selbst kann rein gar nichts sehen.

Vor dem Schloss warten derweil alle gespannt auf den Anblick von des Kaisers neuen Kleidern. Endlich tritt der Herrscher vor seine Untertanen. In deren Gesichtern macht sich schnell ungläubiges Staunen breit. Doch erst ein Kindermund tut am Ende Wahrheit kund.

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Filminformationen
Regie: Hannu Salonen
Drehbuch: David Ungureit
Kamera:
Felix Cramer
Ton:
Boris Wolfrum
Musik:
Michael Klaukien, Andreas Lonardoni
Schnitt:
Claudia Fröhlich
Maske:
Juliane Hübner
Kostüme:
Daniela Thomas
Szenenbild:
Maja Zogg
Produktion:
Askania Media GmbH
Produzent: Martin Hofmann
Auftragssender:
ARD, WDR
Drehorte: Schloss Neue Kammern,
Neues Palais, Orangerie im Schlosspark
Sanssouci
Drehbeginn: 21.06.2010
Drehende:
14.07.2010
Erstausstrahlung:
26.12.2010
Spieldauer:
60 Minuten
Autor:
Hans Christian Andersen
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Besonderheit
Nominierung bei "Goldener Spatz 2011"
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Darsteller
Kaiser: Matthias Brandt
Maja:
Alissa Jung
Jakob:
Sergej Moya
Greta:
Audrey von Scheele
Adele:
Catherine Flemming
Gärtner:
Paul Schlase
Marktfrau:
Hanne B. Wolharn
Finanzminister Heinrich: Manfred Möck
Diener Paul: Thomas Gimbel
Diener Otto: Hartmut Volle
Friseur: Hyun Wanner
Visagistin: Renee Kloninger
Junge: Lenius Jung
Fotos: WDR / Frank Schirrmeister / plotpoint / Tamara Lehna
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Autor Marcel Zischg

Marcel Zischg, geboren 1988 in Meran, aufgewachsen in Naturns im Vinschgau.
Nach dem Schulabschluss an der Handelsoberschule „Franz Kafka“ in Meran folgt das Studium der Germanistik in Innsbruck.
Unter dem Titel „Sehnsucht“ erschien im Jahr 2010 Zischgs Erzählung „Das Haus“ in der Studentenzeitschrift „Der Kaktus“ der Universität Innsbruck.
Im August 2012 schloss Zischg sein Bachelorstudium in Germanistik ab. Seit Oktober 2012 studiert er wieder Germanistik, diesmal als Masterstudium. Mitte 2013 wird Zischgs erster Erzählband „Familie am Bach“ im Provinz-Verlag in Südtirol erscheinen.

Die Geschichte ist allseits bekannt: zwei Weber betrügen einen Kaiser, der sich lieber um seine eigenen Reichtümer kümmert als um das Leid seines Volks. Aber es gibt wohl keinen Film, der absolutistische Eitelkeit und Gier auf so beherzte Weise darstellt wie „Des Kaisers neue Kleider“.

Bereits die reich ausgestatteten Drehorte in Potsdam und Charlottenburg schließen auf die Innenwelt des Kaisers, dem Prunk und Schönheit über alles geht. Der Film hält sich sehr an die Originalvorlage, zeigt aber überspitzt, direkt und ironisch Eitelkeiten und Intrigen des adeligen Hofes auf.

Hervorzuheben ist die Darstellung des Kaisers (durch Matthias Brandt), der mit ästhetischen Scheuklappen durch den Palast zu stolzieren scheint, aber gerade durch sein übertriebenes Wesen seine eigene Rolle in Frage stellt – dadurch entsteht das Bild eines Kaisers, der jeglichen Bezug zur sozialen Realität verloren hat.

Mit diesem materialistischen Bild kontrastiert die gefühlvolle Liebesgeschichte des Webers Jakob zur schönen Maja, womit der Film ein Gegengewicht schafft, das den Zuschauer mitfühlen und auf einen glücklichen Ausgang hoffen lässt. Und schlussendlich wird der Kaiser mal wieder entblößt, aber doch eigentlich nicht der Kaiser, sondern die Art, wie er sein Leben geführt hat: ein nacktes Leben ohne sozial-menschlichen Inhalt.

Eine originalgetreue Neuverfilmung des Märchens, dem es gelingt, die Botschaft des Textes in vielen interessanten Facetten auszudrücken


Gesamtbewertung: Sehr gut (1)

23.02.2013

Bewertungsraster: 1: Sehr gut 2: Gut 3: Zufriedenstellend 4: Genügend 5: Mangelhaft