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Der Zauberlehrling (D 2017)

Valentin, ein bettelarmer Vagabund, sucht sein Glück in der von Ratten heimgesuchten Stadt. Es trifft sich gut, dass Meister Argus, der große Zauberer des Landes und Berater der Königin, gerade einen Lehrling braucht. Valentin ist sich sicher, dass Zaubern genau das richtige für ihn ist. Obwohl sich bei der Prüfung seine erstaunliche Begabung zeigt, wird er von Katrina, der einzigen Mitbewerberin, ausgetrickst und bekommt die Stelle nicht. Stattdessen findet er in der Apotheke von Altmeister Zacharias Unterschlupf. Der jedoch zaubert wegen eines schrecklichen, selbst verschuldeten Unglücks nicht mehr und weiht Valentin vorerst nur in die Geheimnisse der Kräuter- und Heilkunde ein. Damit zutiefst unzufrieden, macht sich Valentin auf eigene Faust daran, die Zauberkunst zu erlernen. Angefangen mit der ebenso über Nacht entstandenen wie verschwundenen Rattenplage stößt er dabei auf eine Reihe von Geheimnissen, die auf wundersame Weise alle miteinander verknüpft sind.
Ausgerechnet mit Katrina, deren Schwester einst von Zacharias – zwar unbeabsichtigt, aber doch in einem Anfall von Größenwahn – zu Stein verwandelt wurde, stürzt er sich in ein Abenteuer, das ihm das Leben, der Königin die Krone und der Welt alles Glück nehmen könnte.

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Johann Wolfgang von Goethes Gedicht vom "Zauberlehrling" lieferte die Inspiration für diese Geschichte um das Zaubern und den Größenwahn, den diese Kunst nach sich zu ziehen vermag. Die Görlitzer Altstadt bietet dem Film eine pittoreske Kulisse und einen authentischen Spielort für die spannende und emotionale Handlung. So liegt beispielsweise die Apotheke von Altmeister Zacharias am Untermarkt, Zaubermeister Ambrosius logiert im Alten Rathaus, und das Neue Schloss im Fürst-Pückler-Park Bad Muskau beherbergt den Sitz der Königin. Die eindrucksvolle Brücke, die in "Der Zauberlehrling" den Eingang zum Reich der "Hüterin" markiert, liegt im Rhododendronpark Kromlau.

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Filminformationen
Regie: Frank Stoye
Drehbuch: Anja Kömmerling, Thomas Brinx
Kamera:
Bernd Fischer
Ton:
Martin Witte
Schnitt:
Philipp Stahl, Wiebke Henrich
Oberbeleuchter:
Frank Marggraf
Musik:
Mathias Rehfeldt
Kostüme:
Katharina Schnelting,
Stephanie Fürst
Maske:
Dorothea Wiedermann, Peggy Billing
Szenenbild:
Martin Schreiber
VFX-Supervisor:

Produktion:
Kinderfilm GmbH
Produktionsleiter: Günter Fenner
Produzent: Ingelore König
Producer: Claudia Schröter
Redaktion:
Irene Wellershoff, Götz Brandt (ZDF), Christa Streiber, Astrid Plenk (MDR)
Casting:
Annekathrin Heubner
Auftragssender:
ZDF, MDR
Drehorte: Görlitzer Rathaus, Neue Schloss im Fürst Pückler Park in Bad Muskau, Kromlauer Park, Rakotzbrücke,
"Braunen Hirsch" (Görlitz), Görlitzer Altstadt, Nikolaivorstadt
Drehbeginn: 07.03.2017
Drehende:
05.04.2017
Erstausstrahlung:
24.12.2017 (ZDF)
DVD-VÖ:

Spieldauer:
88 Minuten
Autor:
Johann Wolfgang von Goethe
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Besonderheit
Die Filmpremiere fand am 23.11.2017 im Filmpalast in Görlitz statt.
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Darsteller

Valentin: Max Schimmelpfennig
Katrina:
Pauline Rénevier
Altmeister Zacharias:
Felix von Manteuffel
Zaubermeister Ambrosius:
Christoph Bach
Königin Anna:
Sandra Borgmann
Hofmarschall:
Ulrich Blöcher 
Hüterin:
Dennenesch Zoudé
Stadtwache 1: Johannes Heinrichs
Stadtwache 2: Valentin Kleinschmidt
Tuchmacher: Christian Novopaplovski
Kunde in der Apotheke: Thomas Schumann
Mütterchen: Eva-Maria Kurz

Fotos: ZDF / MDR / Kinderfilm GmbH / Steffen Junghans
Um eine größere Darstellung der Fotos zu erzielen, bitte einfach auf die kleinen Fotos links klicken.
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 Plakat
 Vorschau Trailer
 Preview Trailer
 Premiere in Görlitz
 
 
 
 
 
 
 
 

Autor Marcel Zischg

Marcel Zischg, geboren 1988 in Meran, aufgewachsen in Naturns im Vinschgau.
Nach dem Schulabschluss an der Handelsoberschule „Franz Kafka“ in Meran folgt das Studium der Germanistik in Innsbruck.
Unter dem Titel „Sehnsucht“ erschien im Jahr 2010 Zischgs Erzählung „Das Haus“ in der Studentenzeitschrift „Der Kaktus“ der Universität Innsbruck.
Im August 2012 schloss Zischg sein Bachelorstudium in Germanistik ab. Seit Oktober 2012 studiert er wieder Germanistik, diesmal als Masterstudium. Mitte 2013 wird Zischgs erster Erzählband „Familie am Bach“ im Provinz-Verlag in Südtirol erscheinen.

Erst einmal ist es überraschend, dass sich das ZDF an einen Stoff von Goethe herangewagt hat, der eigentlich eine kurze Ballade und kein langer, klassischer Märchentext ist. Der Film sei, so das ZDF, „inspiriert durch Johann Wolfgang von Goethe“ – wahrlich ist es so, dass der Film nicht nur ein Kinderfilm geworden ist, sondern derjenige Zuschauer, der die Ballade von Goethe kennt, auch bemerkt, dass sich deren Motiv von Überheblichkeit und Machtrausch als Leitmotiv im Plot widerspiegelt.

Der Jungschauspieler Max Schimmelpfennig verkörpert den Zauberlehrling des alten Zaubermeisters Zacharias (Felix von Manteuffel), der jedoch aufgrund früherer, eigener Selbstüberschätzung jegliche Form von Zauberei ablehnt, obgleich der Altmeister stets gute Absichten mit seiner Zauberei hegte.
Anders der neue Zaubermeister der Königin: der frühere Zauberlehrling von Zacharias, Meister Ambrosius (Christoph Bach), überschätzt seine Fähigkeiten ebenso, will aber zu Ruhm und Macht durch die Manipulation der Königin gelangen. Ganz klar stehen sich im Film nun also zwei Zaubermeister, und damit die im Märchen klassische gute und böse Seite, gegenüber. Im Kern erzählt der Film aber vom Zauberlehrling, der mit Liebenswürdigkeit und Mut versucht, das Geheimnis beider Zaubermeister zu ergründen: ein aufgrund eines missglückten Zaubers in Stein verwandeltes Mädchen – doch was hat es damit auf sich?

Sehr schön ins Zentrum der Handlung gebettet befindet sich die Ballade von Goethe – in einer Schlüsselszene des Films ist der Zauberlehrling allein und probiert einen Zauberspruch seines Meisters aus. Er verwandelt einen Besen in einen Knecht, der Wasser schleppen muss. Anfänglich ist der Zauberlehrling stolz auf sein Können, doch bald bemerkt er, dass er der Situation nicht gewachsen ist – wie es sein alter Zaubermeister einst nicht war. Das Symbol der Ballade wird im ganzen Plot des Films sehr schön und stimmig umgesetzt. Und ebenso überzeugend wie der Plot ist die schauspielerische Leistung aller Darsteller.

Am Ende des Films muss sogar noch einmal Wasser fließen, um ein Hindernis zu überwinden und den Zauber des versteinerten Mädchens zu lösen. Gelingt dies dem Zauberlehrling wohl diesmal?

Es lohnt sich wahrlich, diese Neuinterpretation der Ballade von Goethe Stück für Stück in ihrer spannenden Handlung aufzuschlüsseln und zu ergründen.

29.12.2017

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